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KLEINE
PSYCHOLOGIE DER SUPPE
Die selbstgemachte Suppe
Eine psychologische Grundlagen-Studie zeigt: Mit dem
Begriff "selbstgemachte Suppe" verbinden sich
Bedeutungszusammenhänge wie familiäre Nähe, Liebe und Wärme, das Ideal
einer langjährigen Tradition, aber auch deftiger und kräftiger
Geschmack.
Suppe steht immer im Zusammenhang mit Familie, Kultur
und ihrer Geschichte als Halt der jeweiligen sozialen Gemeinschaft. Mit
der Suppe wird gleichzeitig die Atmosphäre, die Stimmung der Gemeinschaft
und Geborgenheit einverleibt. Aber wenn auch selbstgemachte Suppe als
Grundsubstanz für das attraktive Bild von Gemeinschaft und Versorgung
steht, so lässt sich das Ideal der Großfamilie auch für die
Miniaturwelt des Junggesellen-Daseins anwenden: Hier findet eine
Selbstbemutterung statt. Die Suppe erinnert an die Einbindung in das
familiäre Gefüge.
Mit bestimmten Suppen verbindet sich die Erinnerung an
prägnante Situationen: der Eintopf bei Oma, die Hummersuppe im Nobel
- Restaurant, die Gulasch-Kanone beim
Straßenfest. Mit dem Nachkochen dieser Suppen können die
atmosphärischen Stimmungslagen neu belebt werden.
Mit dem Kochen, Servieren und Essen einer Suppe wird
die Einstimmung auf eine bestimmte Atmosphäre, eine bestimmte Verfassung
geschaffen. Suppe ist ein Ur-Medium kollektiver Selbstwahrnehmung.
Zitat eines Verbrauchers: "Wir freuen uns auf eine
heiße, kräftige Suppe, wenn wir durchgefroren aus der Kälte oder nach
einem langen Arbeitstag ermattet nach Hause kommen. Ein Wohlgefühl von
Wärme, Behaglichkeit, Stärkung und Heilkraft durchströmt Körper und
Geist gleichermaßen."
Die industriell hergestellte Suppe
Was schätzen die Verbraucher an der industriell
hergestellten Suppe? Es sind Rückhalt, Berechenbarkeit, Machbarkeit,
Sortenvielfalt, Idealbilder und schnelle Verfügbarkeit.
Rückhalt: Man hat immer etwas für alle Fälle zu
Hause (Notfall-Ration)
Berechenbarkeit: Man weiß, was man bekommt. Auf
die stets gleich bleibende Qualität eines Markenartikels kann man sich
verlassen (Sicherheitsaspekt).
Machbarkeit: Die Zubereitung ist ein Kinderspiel!
Sortenvielfalt: Eine riesengroße Auswahl bietet
Abwechslung und für jeden Geschmack etwas.
Idealbilder: Auch die industriell hergestellte
Suppe weckt die Erinnerung an all’ die mit der hausgemachten Suppe
verbundenen Assoziationen (Selbstbemutterung).
Schnelle Verfügbarkeit: Die leichte Herstellung
entlastet - sie verlangt weder Zeitaufwand noch Know-how - und schafft
Freiraum für andere Dinge.
Kontakt:
Deutsches Suppen-Institut
Dirk Radermacher
Reuterstraße 151, 53113 Bonn
Tel.: 0228 / 21 01 80
Fax: 0228 / 22 94 60
Abdruck honorarfrei; Beleg erbeten. |